DurchfĂŒhrung garantiert: Digital Collaboration Specialist

In Herbst 2022 beginnt an fĂŒnf KaufmĂ€nnischen Schulen in der Deutsch-Schweiz der neue Lehrgang Digital Collaboration Specialist mit eidg. Fachausweis.  Mit dieser Weiterbildung werden Spezialisten/-innen fĂŒr die Umsetzung von technologiegetriebenen Strategien und den professionellen Einsatz von digitalen Anwendungen ausgebildet. Deren Kernaufgabe ist, Kunden und Mitarbeitende fit fĂŒr die Zusammenarbeit und die Entwicklungen im kollaborativen Zeitalter zu machen. Kritiker des Studiengangs stellen in Frage, ob es einen solchen Studiengang benötigt und wie nachhaltig dieser ist.

Nun legen neuere Studien dar, dass der Digital Collaboration Specialist genau in die Kategorie von Berufen fÀllt, die am wenigsten gefÀhrdet ist, durch Automatisierung und Digitalisierung substituiert zu werden. Woran liegt das?

Um einschÀtzen zu können, welche Jobs/Aufgaben besonders gefÀhrdet sind, kann ein Modell von Davenport als Grundlage herangezogen werden.

Das Modell unterscheidet den Grad an AbhÀngigkeit in der Zusammenarbeit (individuelle Arbeit vs. Teamarbeit) und die KomplexitÀt der Arbeit (Routine vs. Interpretation/Bewertung). Mit Hilfe dieses Modells lassen sich vier Felder identifizieren.

Abbildung 1: In Anlehnung an Thomas H. Davenport, 2010. "Process Management for Knowledge Work," International Handbooks on Information Systems, in: Jan vom Brocke & Michael Rosemann (ed.), Handbook on Business Process Management 1, pages 17-35, Springer.

Das erste Feld ist das transaktionelle Modell. Berufe, die dem transaktionellen Modell entsprechen, sind durch Routinearbeiten, eindeutige Regelwerke, AblĂ€ufe und Schulung gekennzeichnet und werden am StĂ€rksten von der Digitalisierung und Automation betroffen sein.

Berufe, die in das Feld des Integrations-Modells fallen, zeichnen sich durch systematische, sich wiederholende Arbeiten aus, beruhen auf formalen Prozessen, Methoden oder Standards und sind von einer engen Zusammenarbeit zwischen mehreren Beteiligten geprĂ€gt. Auch diese Berufe sind stark von der Digitalisierung bedroht, weil die formalisierten Prozesse eine gute Grundlage z.B. fĂŒr digitale Workflows bilden.

Berufe im Bereich des Experten Modells zeichnen sich durch Analyse-TĂ€tigkeiten, Bewertungen, Expertise und Erfahrung, sowie das Vorhandensein von Top Performern aus. Doch auch diese Berufe sind durch die Digitalisierung bedroht, weil vernetzte Computer schneller lernen, Informationen unbegrenzt auswerten können und völlig objektiv in ihren Analysen/Bewertungen sind.

Das Zusammenarbeitsmodell beschreibt Berufe, die viel mit Improvisation zu tun haben, die eine hohe Expertise ĂŒber verschiedene Themenbereiche verlangen und die von der Arbeit in flexiblen Teams gekennzeichnet sind. Diese TĂ€tigkeiten sind am wenigsten durch Digitalisierung gefĂ€hrdet, weil eindeutige Regelwerke oder AblĂ€ufe fehlen.

Genau in diesen Bereich fĂ€llt der Digital Collaboration Specialist. Als Experte fĂŒr Digitale Collaboration ist ihre Kernaufgabe, die Zusammenarbeit mit anderen und zwischen anderen zu gestalten. Hierzu erforschen sie neue Technologietrends, wĂ€hlen die richtigen Werkzeuge aus, implementieren diese in den Organisationen, schulen die Mitarbeiter in der Nutzung der Tools und evaluieren deren Wirksamkeit. StĂ€ndig sind sie auf der Suche nach Verbesserungen und in Kontakt mit den Auftraggebern und Nutzern – wahrlich eine Aufgabe, die man schwerlich durch Automatisierung und Digitalisierung ersetzen kann.

Kommen Sie deshalb zu unseren Informationsabenden fĂŒr den berufsbegleitenden Ausbildungsgang Digital Collaboration Specialist.

Link zu den Infoabenden ist hier!

Der Autor: Professor Dr. Axel UhL

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